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Zinnguss von Philipp Klostermann


Vom Wachsklumpen zum Hartzinnobjekt

Hier wird eine Methode beschrieben, mit der Objekte in Zinn oder Blei oder anderen Metallen mit niedrigem Schmelzpunkt hergestellt werden können. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Verfügbarkeit der Werkzeuge und Materialien. Diese sollen im Supermarkt und im Baumarkt zu kaufen und nicht zu teuer sein.
Die einzelnen Schritte werden anhand eines Beispiels mit Hilfe zahlreicher Bilder beschrieben.
Die hier genutzte Technik heißt verlorene Form, d.h. die Form wird für ein einzelnes Exemplar hergestellt und dadurch zerstört, dass das Objekt aus der Form entfernt wird.
Solche Formen haben den Vorteil, dass sie leicht herzustellen sind und dass mit ihnen auch "hinterschnittene" Objekte hergestellt werden können.

Ein hinterschnittenes Objekt kann nicht mit zwei Formhälften gegossen werden
Ein hinterschnittenes Objekt kann nicht mit zwei Formhälften gegossen werden

Hinterschnittene Objekte sind solche, die nicht mit einer Form gegossen werden können, die aus zwei Hälften besteht. Eine Glocke mit Griff ist ein typisches Beispiel dafür. Wie man sie auch dreht und wendet, man kann so eine Glocke nicht mit einer zweiteiligen Form gießen, ohne die Form nach dem Guss zu zerstören. Hierfür bräuchte man eine Form, die aus 3 Teilen besteht. Ein Kern, der das innerere der Glocke formt, und zwei Hälften für das Äussere der Glocke)
Wenn die Form so gebaut wird, dass eine Hälfte den oberen Teil formt (B) und die andere Hälfte den unteren Teil(A) ist es nicht möglich die Form abzunehmen, ohne die rot markierten Bereiche abzureißen. Baut man die Form so, dass die beiden Hälften die Glocke von der Seite her umschließen (C und D), kann man die Form nicht entfernen, ohne das innere der Glocke abzureißen. Erst mit einer Dreiteiligen Form ist es möglich, die Form vollständig abzunehmen. Zwei Teile (E und F) formen die Glocke von außen und ein drittes Teil (G) formt das innere und den Rand der Glocke.


Um eine verlorene Form herzustellen, wird das Objekt zunächst mit einem plastischen und leicht zu schmelzenden Material (hier Wachs) geformt und in eine Formmasse (hier Gips) eingebettet. Danach wird die Form getrocknet und das Wachs ausgeschmolzen.
In diese Form wir dann geschmolzenes Metall gegossen, und die Form wird nach dem abkühlen zerstört, um das entstandene Werkstück zu erhalten.

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