Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen

Zinnguss von Philipp Klostermann


Eingießen und Trocknen der Form

Ein Becher mit Wasser, ein Becher mit Gipspulver und ein Mischgefäß
Ein Becher mit Wasser, ein Becher mit Gipspulver und ein Mischgefäß

Um die nötige Menge flüssigen Gips zu erhalten, nehmen wir ein etwas unkonventionelles Mischungsverhältnis. Normalerweise, also bei der Inneneinrichtung, beim Verlegen von Unterputz-Elektrodosen oder bei Stuck nimmt man etwas weniger Wasser, als in diesem Fall, denn der Gips soll später halbwegs stabil sein, und nicht bei gerinster Belastung wegbröseln oder sich bei Kontakt mit Wasser auflösen. Für eine Form brauchen wir aber kein besonders festen Gips, sondern einen möglichst flüssigen, wenn er angerührt wird. Das Mischungsverhältnis, was wir für die Form nehmen ist zu gleichen Raumteilen Gipspulver und Wasser. Da das Gipspulver zum größten Teil aus Luft besteht, nehmen wir also so viel Wasser, wie in den Becher passt mit der gleichen Menge Gipspulver.


Gips und Wasser werden gemischt
Gips und Wasser werden gemischt

Das ganze kippen wir in ein Gefäß, verschließen dieses und schütteln, um den Gips gut mit dem Wasser zu vermengen. Beim Schütteln entstehen jede Menge Luftblasen, die ausgetrieben werden können, indem das Mischgefäß einige Male kräftig auf eine Unterlage geklopft wird.


Der Gips wird in die Form gekippt.
Der Gips wird in die Form gekippt.

Der flüssige Gips sollte baldmöglichst in unsere vorbereitete Form gegossen werden, da er schon nach wenigen Minuten anfängt abzubinden. Dann sollte die Form ein paar mal leicht auf eine Unterlage geklopft werden, um Luftblasen, die am Wachmodell hängen, abzuschütteln. Wenn das Modell waagerecht liegende Holräume hat, werden auch da Luftblasen entstehen, und man kann versuchen, diese zu entfernen, indem man ein paar mal vorsichtig seitlich gegen das Ende von dem Cocktailspieß klopft, so dass sich das Wachsmodell im Gips horizontal hin und her bewegt, solange der Gips noch dünnflüssig ist, und nicht angefangen hat, abzubinden.


Das Klebeband wird entfernt.
Das Klebeband wird entfernt.

Nach etwa 10 Minuten ist der Gips abgebunden. Vorsicht! Er ist nun zwar fest, aber sehr bröckelig und empfindlich. Nun kann man das Klebeband abziehen, und dabei die Teile vom Gips, die das Klebeband bedecken, mit ausbrechen.


Das Klebeband ist entfernt.
Das Klebeband ist entfernt.

Hier sieht man die Lücken, die beim Abziehen des Klebebandes entstanden sind.


Die Position der Stecknadeln wird eingeritzt
Die Position der Stecknadeln wird eingeritzt

Der Becher wird gleich entfernt. Um sich die Position der Stecknadeln weiterhin merken zu können, denn diese sind ja am Becher markiert, müssen diese z.B. als Pfeile mit einem Messer oder einem Nagel o.ä. in den oberent Teil eingeritzt werden.


Der Becher wird entfernt.
Der Becher wird entfernt.

Nun kann man vorsichtig den Becher entfernen, indem man ihn am Rand mit einem Messer oder einer Schere einschneidet, und Stück für Stück abreißt.


Die Stecknadelköpfe werden freigelegt
Die Stecknadelköpfe werden freigelegt

Mit einem Messer werden nun vorsichtig die Seiten, an denen sich die Markierungen für die Stecknadeln befinden, abgehobelt, bis man auf die Stecknadelköpfe trifft. Diese werden vorsichtig freigelegt.


Die Stecknadeln werden herausgezogen.
Die Stecknadeln werden herausgezogen.

Mit dem gleichen Messer werden die Stecknadeln nun vorsichtig herausgezogen. Dabei unbedingt darauf achten, dass keine Gipskrümel in die freiwerdenden Löcher fallen!


Der Cocktailspieß wird herausgezogen
Der Cocktailspieß wird herausgezogen

Nun wird vorsichtig der Eingusskanal herausgezogen. Dabei und bei den folgenden Schritten sollte man aufpassen, dass man nicht mit den Fingenr auf die Löcher der Entlüftungskanäle greift, da diese sehr klein sind, und entspechend leicht verstopfen.


Der Eingußkanal wird erweitert.
Der Eingußkanal wird erweitert.

Mit einem möglichst symmetrischen Messer wird der Eingusskanal kegelförmig erweitert. Dabei wird die Spitze des Messers in das Loch gesetzt, und das Messer gedreht. Dabei unbedingt sehr langsam vorgehen, und aufhören, sobald die Messerspitze auf Wachs stößt.


Der Eingußkanal wird erweitert, bis man auf Wachs stößt.
Der Eingußkanal wird erweitert, bis man auf Wachs stößt.

Ist man am Wachs angekommen, sollte man den kegelförmigen Eingusskanal mit dem Messer soweit reinigen (d.h. Krümel entfernen), dass das Wachs am unteren Ende frei liegt. Befindet sich hier noch Gips, würde dieser beim Trocknen und Ausschmelzen in die Form fallen, und da zu nicht vorhersehbaren Lücken im Hartzinn führen.


Die Form kommt in den Ofen
Die Form kommt in den Ofen

Die Form kommt nun so wie sie ist in den Ofen. Wenn vorhanden, sollte er auf Umluft gestellt werden, und auf 175 C eingestellt werden. Im Ofen trocknet sie nun über etwa 6-8 Stunden. Dabei schmilzt auch das Wachs und wird vom Gips aufgesogen. Bei größeren Objekten kann auch etwas Wachs aus der Form herausfließen, deshalb sollte die Form mit dem Eingusskanal nach unten in den Ofen gestellt werden. Ein wenig Backpapier sorgt dafür, dass evtl. herausfließendes Wachs nicht das Backblech verschmutzt.


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