Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen
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Haube Variante 2

vergrößerte Darstellung einer Haube (Variante 2) mit Gebende

Achtung! Veraltet!

Diese Rekonstuktion ist veraltet. Neuere Erkenntnisse finden sich zur Zeit unter http://www.tempus-vivit.net/taverne/thema/Kopfbedeckungen-fuer-Frauen#125 und folgende Beiträge. Dort sind auch Anmerkungen von mir zu finden. Ich hoffe, dass ich bald die Zeit haben werde, dies hier entsprechend umzuschrieben.

Beschreibung:

Die Haube war eine eng am Kopf anliegende Kopfbedeckung. Die hier vorliegende Haube ist aus 2 Lagen weißem Seidentaft in Form eines Halbovals gefertigt. Zur Befestigung dienen 2 fingerloop-geflochtene Kordeln. Die eine Kordel wurde auf den Stoff aufgenäht - sie verläuft auf der geraden Seite des Halbovals, allerdings unsichtbar auf der Unterseite des Stoffes. Die zweite Kordel läuft durch einen Tunnelzug, der den gerundeten Rand des gesamten Halbovals durchläuft. Durch das Zusammenziehen dieser Kordel entsteht die sackartige Form.
Über der Haube wird hier ein Gebende aus feinem gebleichtem Leinen getragen. Das Stirnteil ist leicht gefältelt und wird mit einer Nadel hinten fixiert. Der Kinnstreifen ist so lang, dass er zweimal um den Kopf gewickelt wird. Auch er wird mit einer Nadel oben auf dem (nicht im ;-) Kopf befestigt.
Bei dieser Haube, speziell auch mit der Kombination des Gebendes, handelt sich um eine Kopfbedeckung für eine wohlhabendere Frau. Diese Kopfbedeckung dient eher als Kopfputz denn als praktischer Schutz.
Ausführung: Gabriele Klostermann (Tempora Nostra)

Ansicht von der Seite
Ansicht von der Seite
Ansicht von hinten
Ansicht von hinten
Haube ohne Gebende
Haube ohne Gebende

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Quellen

Abbildung einer Haube Abbildung einer Haube

Straßburger Münster, um 1280


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Kopfbedeckungen


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Quellenprobleme

Die Rekonstruktion von Hauben ist eine schwierige Sache. Die bildlichen Haubendarstellungen zeigen nie Falten, während andere Kopfbedeckungen durchaus deutlich erkennbare Falten aufweisen. Dies würde entweder einen passgenauen Schnitt erfordern oder ein sehr dehnbares Material. Für beides gibt es jedoch keine direkten Hinweise. Unsere Konstruktion ist also bestenfalls eine Annäherung.
Weiterhin bleibt die Frage offen, welche Frisur unter der Haube getragen wurde. Ich habe mich dafür entschieden, mich mehr an den Frisuren von Anfang des 14. Jahrhunderts zu orientieren. Im Prinzip handelt es sich dabei um zwei Zöpfe, die jeweils am Hinterkopf entlang zur anderen Seite geführt werden. Wobei ich persönlich mangels Masse zu einem künstlichen Haarteil gegriffen habe ;-).


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