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Lexikon

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Schleier

Der Schleier war in verschiedenen Formen das ganze Mittelalter hindurch "en vouge". Im 12. Jahrhundert trug die verheiratete Frau den Schleier als Schleiertuch um den Kopf gewickelt, so dass er das Haar vollständig bedeckte und dass das Ende locker um den Hals gelegt werden konnte (Abb. 25).
Später, ab dem 13. Jahrhundert wurde er locker auf den Kopf gelegt und/oder mit einem Schapel befestigt (Abb. 26 und 27). Wobei das mit dem "locker auf den Kopf gelegt" so sicher nicht stimmt, das Schleier dürfte in diesem Fall mit Haarnadeln festgesteckt worden sein. Er konnte auch mit dem Kinnband des Gebendes kombiniert werden (Abb. 28) oder über dem Stirnreif des Gebendes (Abb. 29; Naumburger Dom) getragen werden. Eine weitere Möglichkeit bestand darin, den Schleier mit dem Wimpel oder der Rise zu kombinieren.(Abb. 30 siehe auch Abb. 56, 58, 59).
Der Schleier wird auf allen farbigen Abbildungen stets weiß dargestellt. Allerdings sind auch Schriften von Predigern überliefert, die das Tragen von gelben Schleiern verdammen. Also scheint auch das vorgekommen zu sein. Auf den gelben Schleier sollte man aber vielleicht doch besser nur zurückgreifen, wenn man eine Frau von zweifelhaftem Ruf darstellen möchte ;-).

Abb. 25
Abb. 25
Abb. 26
Abb. 26
Abb. 27
Abb. 27
Abb. 28
Abb. 28
Abb. 29
Abb. 29
Abb. 30
Abb. 30

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