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Lexikon

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deutscher König/Kaiser
geboren: 26.12.1194 Iesi b. Ancona;
gestorben: 13.12.1250 Fiorentino

Friedrich II. ist ein Enkel von Friedrich I. Barbarossa. Er war deutscher König seit 1196 bzw. 1212, König von Sizilien seit 1198, Kaiser seit 1220, König von Jerusalem seit 1229. Sohn Heinrichs VI. u. der normann. Prinzessin Konstanze; 1196 noch zu Lebzeiten seines Vaters u. erneut 1212 zum dt. König gewählt; bis 1208 unter Vormundschaft des Papstes Innozenz III.
Mit Unterstützung auch Frankreichs setzte sich Friedrich in Deutschland rasch durch u. wurde 1215 in Aachen gekrönt, wo er ein Kreuzzugsgelübde ablegte.
1220 verzichtete Friedrich auf die Ausübung königl. Rechte zugunsten der geistl. Fürsten in Deutschland. Er kehrte nach Italien zurück, wurde noch im gleichen Jahr von Papst Honorius III. in Rom zum Kaiser gekrönt u. beschäftigte sich fortan hauptsächl. mit dem Ausbau Siziliens zu einem straff organisierten Beamtenstaat.
Nach dem anfängl. guten Verhältnis zur Kurie kam es 1227 zum ersten Konflikt, da Friedrich den gelobten Kreuzzug immer wieder verschob. Friedrich wurde von Papst Gregor IX. gebannt, trat aber 1228 den (5.) Kreuzzug tatsächl. an, dessen Erfolg er hauptsächl. durch Verträge herbeiführte.
Im Frühjahr 1229 krönte Friedrich sich selbst zum König von Jerusalem.
In Deutschland mußte Friedrich 1231/32 allen Fürsten wichtige Hoheitsrechte überlassen. 1235/36 zog er noch einmal nach Deutschland, um seinen aufrührerischen Sohn Heinrich (VII.) zu unterwerfen. In den folgenden Jahren kam es zu schweren Kämpfen mit den lombard. Städten, die Friedrich nicht endgültig bezwingen konnte. In diesen Kampf griff 1239 die Kurie ein, die Friedrich aufs neue in den Bann tat. Trotz Einsatzes aller Machtmittel gelang ihm kein endgültiger Erfolg gegen die Kurie. 1245 ließ Innozenz IV. den Kaiser durch das Konzil von Lyon absetzen. In Dtschld. wurden Gegenkönige gewählt (Heinrich Raspe, Wilhelm von Holland); in Sizilien kam es 1246 zu einer Verschwörung, die aber niedergeschlagen wurde. Die Macht des Kaisertums blieb trotz aller Erschütterungen ungebrochen.
Friedrich starb während der Vorbereitung zu einem neuen Zug nach Dtschld. u. Lyon. Friedrich wurde schon zu Lebzeiten überirdische Größe nachgesagt; seine Gestalt blieb nach seinem Tod in Sagen (Kaisersage) u. Prophetien lebendig. Seine unbezweifelbare Genialität, die auch in seinem Interesse für Dichtung, Mathematik, Philosophie u. Naturwissenschaft Ausdruck fand, wies weit über seine Zeit hinaus.