Beschreibung der Flaschen von links nach rechts:
Hier sind zwei Keramik-Flaschen abgebildet, wie sie um 1300 aufkamen. Speziell die Form der dreifüßigen Flasche stellt eine Neuerung dar. Beide Flaschen bestehen aus hart gebranntem Fatsteinzeug.
Glasflaschen, wie wir sie heute kennen, sind für das Hochmittelalter unbekannt.
Becher
Braunes Frühsteinzeug mit geflammter Lehmglasur
Rheinland, 2. Hälfte 13. Jh.
Kugeliger Gefäßbauch auf breitem Wellenfuß. Kräftiger Grat zwischen Bauch und eingezogenem Hals. Stark betonte Drehrillen.
Flasche auf drei Füßen
Gelbe hartgebrannte Irdenware mit dunkelbraunem Anguß
Rheinland, Fundort:kön, um 1300
Auf drei Füßen breiter konisch sich etwas verjüngender Gefäßkörper mit schräg ansteigender, leicht gerundeter Schulter, die zu einem schlanken Hale überleitet. Mündung ausgeweitet. Um die Bauchmitte ein Fries kräftiger Drehrillen.
Mal abgesehen davon, dass die kleinere Flasche ein Becher ist, haben wir hier wieder das Materialproblem. Kein Töpfer bekommt heute diese Vielfalt hin. Dazu müsste er mit unterschiedlichen Tonen und unterschiedlichen Brenntemperaturen arbeiten (vom Holzbrand will ich hier schon gar nicht reden...). Leider haben wir noch keinen Töpfer gefunden, der sich auf soetwas einlässt.
Auch die Rezepte für Glasuren und Angüsse sind unbekannt. Man kann schon froh sein, wenn die Form halbwegs stimmt (siehe auch Quellenprobleme Becher).