Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen

Mode im Hochmittelalter von Gabriele Klostermann


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Überkleid

Das Überkleid wird über dem Oberkleid getragen und kann als Schutzkleidung oder als Repräsentationsgewad dienen.

Bliaud/Surkot:

Der Name Bliaud leitet sich vom gleichnamigen Stoff ab, einer kostbaren mit Goldfäden durchwirkten Seide. Er kam im 12. Jahrhundert auf und wies 3/4-lange Tütenärmel und seitliche Schnürung auf. Der Rockteil war knie- bis wadenlang, so daß das darunterliegende Gewand (Unterkleid, Chainse oder Oberkleid) am Unterarm und im Wadenbereich sichtbar wurde. Allerdings konnte der Bliaud auch bodenlang mit Schleppe sein. Der Bliaud ist nicht immer deutlich vom Oberkleid zu trennen. Auch die Abgrenzung zum Surkot (frz.: sur = über, kot = cotte, Kleid) bleibt unklar.

Umhang/Mantel:

Abb. 7
Abb. 7

Der lange Schulterumhang war dem Adel vorbehalten und wurde von Frauen wie Männern getragen. Der Verschluß befand sich vorne oder an einer Seite. Um 1175 kam der Schnurmantel auf, der vorne mit einer Schnur zusammen gehalten wurde, die an einer Seite neben einem Knopf befestigt war, durch ein Knopfloch auf der anderen Seite gezogen wurde und schließlich am Knopf befestigt wurde. Diese Art des Verschusses ließ dem Träger mehr Halsfreiheit. Da die Umhänge vorne offen blieben, dienten sie eher Repräsentationszwecken als dem Kälteschutz (Abb. 7).

Kappe:

Abb. 8
Abb. 8
Abb. 9
Abb. 9

Die Kappe ist Reisegewand, das über den Kopf gezogen wird, mit angesetzter Kapuze. Teilweise ist die Kappe bei Männern nur knielang und vorne geschlitzt. Die Ärmel können auch als Hängeärmel oder Scheinärmel vorliegen (Abb. 8 und 9).


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