Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen

Horhausen 2017

Zeitreise ins 13. Jahrhundert

GESCHICHTE Tempora Nostra und weitere Aussteller zeigen stimmiges Alltagsbild in Horhausen

HORHAUSEN. Living History - lebendige Geschichte: Einen informativen Blick zurück ins 13. Jahrhundert haben zahlreiche Besucher a, Kaplan-Dasbach-Haus in Horhausen erlebt. Vereine, Mitglieder und Freunde der Gruppe "Tempora Nostra" aus dem Horhausener Orsteil Luchert präsentierten die Zeitreise ins Mittelalter.

"Wir wollen unseren Gästen zeigen, wie das Leben im 13. Jahrhundert in Horhausen und Umgebung gewesen sein könnte", sagte Gabriele Klostermann. Bei ihr und ihrem Mann Philipp liefen die Fäden dieser Veranstaltung zusamnne, zu der die Ortsgemeinde Horhausen im Rahmen ihrer 800-Jahr-Feier eingeladen hatte. Was Tempora Nostra den Besuchern vorführte und ausstellt, war durchaus anspruchsvoll. Vieles wurde belegt durch zeitgenössische Quellen sowie aufgrund archäologischer Funde. So gab das Team unter anderem bezüglich des Schneiderhandwerks viele Einblicke in dei typische Schnittführung jener Zeit. Die Stofffarbe war damals ein Statussymbol - ge,äß dem Motto: Jebunter, desto teurer. Modern waren unter anderem Krapprot und Waid, der einheimische Indigo-Liefarent, ein typischer Blaustoff, mit dem heutige Jeansstoffe gefärbt werden. Sehr interessant war auc der Kopfschmusck der Damenwelt. Man(n) beziehungsweise Frau trug sogenannte Gebende. "Ein weißer Hut mit einem weißen Haarsack und ein weißer, schalähnlicher Kragen, der ums Kinn gebunden wurde", waren die typische Kopfbekleidung für verheiratete Frauen, weiß Gabriele Klostermann. Philipp Klostermann präsentierte die Kunst des Schmiedens. Neben Messern und Zieheisen schmiedete er auch Fleischkrallen und andere Alltagsgegenstände.

Die mehr als ein Dutzdend Aussteller zeigten in Horhausen zudem weitere Handarbeiten, wie das "Nadelbinden", eine Technik zur Herstellung von Strümpfen, Das "Brettchenweben" für Borten oder Gürtel sowie das Spinnen. Auch die Besucher konnten sich an der Textilverarbeitung üben. Weitere alte Handwerke waren das "Knochenschnitzen" und der "Mollenhauer". Zudem erzählte ein Bauer über den Anbau von Hafer. Hintergrund war die urkundliche Ersterwähnung von Horhausen, in der über eine Haferabgabe berichtet wird. Weitere Höhepunkte des Tages waren eine interessante Modenschau und eine Fragenrallye druch das 13. Jahrhundert.

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