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Lexikon

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Rot färben

Um ein leuchtendes farbechtes und lichtbeständiges Rot zu färben, kommen hauptsächlich tierische Farbsekrete zum Einsatz. Diese sind jedoch alle recht kostspielig, da ihre "Ernte" aufwändig ist und die farbliefernden Tiere nicht überall zu finden sind.

Purpur

Das teuerste und exklusivste Rot ist natürlich das Purpur-Rot, das aus der gleichnamigen Purpur-Schnecke gewonnen wird. Dieser Farbstoff war nur den höchsten Würdenträgern vorbehalten (alle anderen konnten ihn sich auch kaum leisten). Es braucht ca. 8000 Schnecken, um 1 Gramm Purpur herzustellen.

Kermes

Als nächstes ist dann wohl der Kermes (lat.kermes vermillio planchon) zu nennen. Er wird aus den Kermes-Läusen gewonnen, die nur auf einer ganz bestimmten Eicheart am Mittelmeer gedeihen. Aus dem Namen Kermes leitet sich übrigens das "Karmin-Rot" ab. Kermes gibt ein sattes Blutrot und ist sehr lichtecht. Sein Hauptfarbstoff ist die Kermessäure.

Cochenille

Ebenfalls zu den Insektenfarbstoffen gehört die Cochenille-Laus, die ein blaustichiges sattes Rot färbt. Teilweise ist diese Rot fast schon Pink.
Im Mittelalter wurde dieser Farbstoff aus der polnischen Cochenille (lat. porphyrophor apolonica l.) gewonnen, die an den Wurzeln von Nelkengewächsen gedeiht. Eine weitere Cochenille-Art kam aus Armenien.
Die Cochenille, die man heute zu kaufen bekommt ist Amerikanische Cochenille (lat. dactylopius coccus costa). Das sollte man bedenken. Allerdings müssen auch Farbhistoriker zu einem Chromatogramm greifen, um die einzelnen Cochenillen zu unterscheiden. Der Hauptfarbstoff der Cochenille ist Karminsäure. Daneben sind noch Spuren von Kermessäure enthalten, wobei dieser Prozentsatz bei der Polnischen Cochenille etwas höher liegt als bei der Amerikanischen.

Rotholz

Ebenfalls benutzt wurde das Rot- oder Brasilholz (lat. Caesalppinia sappan L.-Leguminosae), heute auch Sappanholz genannt. Dieses wurde aus Asien importiert. Das, was man heute als Rotholz zu kaufen bekommt, kommt aus Brasilien (das übrigens nach den reichen Rotholzvorkommen seinen Namen bekommen hat - und nicht umgekehrt). Dies ist jedoch eine andere Pflanze. Der enthaltene Farbstoff ist jedoch der selbe, das Brasillin.

Krapp

Der am weitesten verbreitete rote Farbstoff ist das Krapp (lat. Rubia tinctorium L.). Dies ist eine Pflanzenfarbe und liefert warme Rot- oder Orangetöne, je nach Zubereitung. Die Hauptfarbstoffe sind das Alizarin und das Purpurin.