Bild: Tempora Nostra: Geschichte sehen - hören - begreifen

Schuh-Bauanleitung


Maß nehmen

Maß nehmen

Das Maß aller Dinge

Bevor wir anfangen, Schuhe zu nähen, müssen wir Maß nehmen. Wir zeichnen erst einmal den Umriss von einem Fuß, indem wir diesen auf ein ausreichend großes Blatt oder ein Stück Karton stellen, und mit einem Stift einmal um den Fuß herum fahren.

Abb. 1 −  der Fuß wird auf Papier übertragen
Abb. 1 − Der Fuß wird auf Papier übertragen

Der so festgestellte Umriss ist als Form für den Schuh nicht geeignet, sähe es doch recht albern aus, mit Schuhen, die wie Füße aussehen, herumzulaufen.
Daher muß die Form basierend auf der Form des Fußes verschönert werden. Ein mittelalterlicher Touch muß her. Der Schuh soll elegant, spitz und schmal sein. Wir nehmen also unseren Fußumriss und zeichnen nach folgendem Schema die Form der Sohle aus freier Hand:

Abb. 2 − aus Fuß wird Form
Abb. 2 − aus Fuß wird Form

Die Form des anderen Schuhs erhalten wir, wenn wir das nun Gezeichnete ausschneiden und umdrehen. So erhalten wir eine Schablone für beide Schuhsohlen.
Eigentlich handelt es sich hierbei nicht um die Schablone für die Sohle, sondern für die Naht, mit der der Schaft auf der Sohle festgenäht wird. Geschnitten wird 3-5 mm weiter außen. Wir legen nun die Schablone auf das für die Sohlen vorgesehene Leder und übertragen die Form mit einem Stift oder mit etwas Schneiderkreide. Dann drehen wir die Schablone um und übertagen die Form für den anderen Schuh. Wichtig ist dabei, genug Platz für die 3-5 mm Nahtzugabe zu lassen. Das heißt, daß die Sohle nicht der gerade gezeichneten Linie entlang ausgeschnitten wird, sondern etwa einen halben cm weiter außen, so daß dort, wo die Linie entlang läuft, später die Naht laufen kann. Der Umriss für das Ausschneiden wird jetzt noch eingezeichnet und mit einer Lederschere werden dann die Sohlen ausgeschnitten.

zum Beginn der Seite springen